Montag
19:00 Uhr kamen wir in Cairns Central an. Da ich bereits über Gumtree einen Job in einem Hostel gefunden hatte, wurde ich vom Hostel Shuttle aufgepickt und zum neuen Job gefahren. Dort traf ich Bryony, Bee genannt, die mir mein Zimmer zeigte. Im Sechsbettzimmer traf ich kurz danach die anderen Mitarbeiter. Matt, ein extrem cooler Amerikaner, erzählte mir was von einer Toka Party am Abend. Natürlich nahm ich daran teil und lernte sofort neue Leute kennen, darunter wieder deutsche Landsleute. Nach ein paar Bierchen gings auch schon hundemüde ab in die Koje, denn am nächsten Morgen stand der erste Arbeitstag im Hostel an.
Dienstag
Der neue Job umfasst 3 Stunden (bzw. 21 Stunden in der Woche) kostenfreies Arbeiten im Hostel, um dafür dann kostenfrei Unterkunft sowie Verpflegung (Frühstück und Abendbrot) zu erhalten. Mein erster Arbeitstag begann um 9:00 Uhr. Cheriyl, unsere Houskeeping-Supervisor, war sehr locker drauf und das Arbeiten machte Spaß. Es war nicht weiter anstrengend die Betten zu beziehen, nur die tropische Hitze machte mir zu schaffen. Am Nachmittag schlief ich innerhalb weniger Menuten auf der Couch vor dem Fernseher ein. Anschließend gab es zum Abendbrot ein kühles Bierchen und wieder war pennen angesagt!
Mittwoch
In Absprache mit Cheriyl began ich an diesem Morgen um 6:30 Uhr und hatte damit die Kloschicht. Gemeinsam mit einem Koreaner säuberten wir die acht Badräume (zwei auf jeder Etage sowie zwei im Außenbereich). Alles ganz einfach und enspannt, sodass die Arbeit wie im Flug verging. Am Vormittag entspannte ich mich – mal wieder – auf der Couch und am Nachmittag fuhr ich mit dem stündlichen Shuttle in die Innenstadt von Cairns. Dort angekommen schaute ich mich um und kam dann auch am „Cairns Central“, dem Einkaufscenter von Cairns, an. Um vom teuren Hostel W-LAN unabhängig zu sein, kaufte ich mir bei Optus einen Internetstick für 20 A$ mit einem Freivolumen von 1GB – ein echtes Schnäppchen. Wieder im Hostel angekommen, ging es am am Abend – nach einer kleinen vorherigen”Pause” – mit den anderen Leuten zum Feiern.
Donnerstag
Am Donnerstag putzte ich wieder die Klos. Am Morgen, an dem wir uns immer mit Cheriyl am Staff-Room treffen, brachte mir Cheriyl die Tageszeitung mit. Wir unterhielten uns zuvor darüber, dass ich einen bezahlten Zweitjob suche. Sehr nett und aufmerksam, dass sie mir die Zeitung mit den Stellenangeboten mitbrachte
.
Mit meinem Lebenslauf „bewaffnet“ fuhr ich nach der Arbeitsschicht in die Stadt und ging in die Esplanade, Strandpromenade von Cairns. Im ersten Cafe brauchten sie leider keine Leute. Im zweiten „Cafe“ deckten sie gerade die Tische ein und ich sprach mit einem sehr netten Mann, der zu mir sagte, dass ich am nächsten Tag um 15 Uhr nochmal hinkommen soll, da dann der Chef anwesend ist.
Check! Zweiter Anlauf und gleich geklappt?! Anschließend ging ich in den „Wollis“ und kaufte mir Frühstück, Nutella und Kellogs, ein.
Freitag
Da eigentlich zwei andere Leute die Klos putzten, verschob sich meine Schicht wieder auf 9:00 Uhr und dem Housekeeping. Dort arbeitete ich mit einer deutschen Backpackerin, Maria, zusammen und die Arbeit machte noch mehr Spaß. Mit dem Koreaner konnte man sich schlecht englisch unterhalten. Nach der Schicht war ich wegen des Interviews schon ganz aufgeregt. Ich fuhr um 14 Uhr in die Stadt und las paar Nachrichten, um die Zeit zu überbrücken. 14:45 war ich am „Cafe“ und wartete auf den Chef. Dieser kam 14:55 und hatten unser Interview. Nach der Begrüßung fragte er mich nach bereits gesammelten Erfahrungen in der Gastronomie. Ich antwortete mit einem Nein, aber schieb die 2 Jahre Joberfahrung bei McDonalds hinterher. Er musste etwas grinsen und schmunzeln. Ich schaute ihn verdutzt an und er erklärte mir, dass er ein A la Carte Restaurant führt und daher nur erfahrene Leute sucht – sehr peinlich, McDonalds als Referenz anzugeben
.
Egal dachte ich mir und ich ging zwei Läden weiter und fragte nach einem Job – diesmal wirklich in einem Cafe. Sie suchen Leute, aber ich solle nochmal nachfragen, wenn ich ein RSA habe.
Ein RSA, „Responsible Service of Alcohol“, ist ein Zertifikat, welches für die Gastronomie notwendig ist. Es bestätigt die Fähigkeit im Umgang/Ausschank von Alkohol. Daher fuhr ich zurück zum Hostel und began einen Onlinekurs für 49 A$. Die ersten beiden Lektionen waren ein wenig doof, da die Wörter und Formulierungen schwierig zu verstehen waren – zumindest für mich. Mit Matt’s und Google’s Hilfe überstand ich auch diese. Ich hätte es auch alleine geschafft, aber leider konnte ich die Videos aufgrund des mobilen Internetsticks nicht anschauen (hätte zu lange zum Laden gedauert). Davon mal abgesehen war ich eher minder motiviert, mir irgendwelche Lehrvideos anzuschauen. Ist ja auch sehr interessant, wie und wann die Abkommen der einzelnen Bundesländer verfasst wurden und wie diese heißen. Jede Lektion enthielt Multiple Choice 20 Fragen. Man hat drei Versuche je Lektion. Zum Bestehen werden mindestens 90% benötigt. In der zweiten Lektion fand ich heraus, dass man einzelne Fragen „marken“ kann, d. h. die Frage wird ohne Absenden des ganzen Tests richtig oder falsch angezeigt. Man hatte insgesamt 20 Marks je Lektion, sodass man rein prinzipiell jede Frage einmal korrigieren konnte, ohne durchzufallen. War also doch sehr entspannt
Die Lektionen drei und vier waren sehr einfach. Es ging um Fragen wie „Darf ich Alkohol an Jugendliche (unter 18) ausschenken?“.
Nach der vierten Lektion gab es den Abschlusstest mit 40 Fragen, die aus allen vier Lektionen gemischt sind. Da ich die Auswertung jeder einzelnen Lektion abfotografierte (Bildschirmfoto), wusste ich die Antworten und erhielt eine Quote von 96%
.
Damit bin ich nun drei Jahre befähigt worden, im Bundesland Queensland Alkohol auszuschenken. Leider gibt es für New South Wales und Victoria andere RSA-Richtlinien. Wenn ich in NSW im Gastronomiebereich arbeiten möchte, dann bräuchte ich auch ein NSW-RSA. Irgendwie nervig.
Samstag
Silvester! Nach getaner Arbeit packte ich meine Tasche und fuhr mit dem Bus ins 30 Minuten entfernte Clifton Beach, wo ich mit Peter, ein Freund aus Neubrandenburg, gemeinsam Silvester feiern wollte. Letztlich waren wir zu dritt, da Peter zuvor noch Sebastian kennengelernt hat. Eindruck vom Strand – TRAUMHAFT!
Silvester feierten wir mit Schrimps, Chilli Con Cane und genügend Wein. Ein wirklich lustiger Abend, aber leider ohne Feuerwerk. Um 3:00 Uhr nachts ging ich schlafen, da ich am nächsten Morgen wieder arbeiten musste.
Sonntag
Neujahr! Woho! Um 8:31 Uhr fuhr der erste Bus nach Cairns. Erfolgreich verschlafen. Daher nahm ich den zweiten Bus um 9:31 Uhr. Die 5,20 A$ suchte ich bereits passend vor dem Einsteigen zusammen. Doof nur, dass das Busunternehmen den Preis um 0,20 A$ erhöhte *säufz*.
10:10 Uhr erreichte ich die Innenstadt von Cairns. Mir fiel erst danach auf, dass ich in den Norden von Cairns gefahren bin. Da das Hostel ebenfalls in Nord Cairns liegt, hätte ich auf dem Weg aussteigen können und die paar Hundert Meter zu Fuß gehen können – wäre aber natürlich zu einfach gewesen. Um 10:30 Uhr kam ich mit dem Shuttle Service am Hostel an und sprach kurz mit Bee über Silvester. Dass ich eigentlich seit 30 Minuten arbeiten muss, interessierte sie irgendwie nicht. Sie sprach von „bring deine Sachen entspannt aufs Zimmer und meld dich, wenn du arbeiten kannst“ – so ungefähr. Natürlich stand ich zehn Minuten später schon in der Bar, um diese zu säubern. Nach getaner Arbeit hieß es mal wieder vor dem Fernseher (ein)schlafen. Am Abend war dann entspannter (englischer) Filmabend.