Montag
Am Montagvormittag gingen Peter und ich zu Jucy (Autoverleih), um nach einem Job zu fragen. Es wurde ein Lebenslauf benötigt, den wir natürlich nicht ausgedruckt zur Hand hatten, also ging es in die Stadt, um das zu organisieren. Wieder bei Jucy angekommen, wurden wir gleich zum Hinterhof, wo die Autos geparkt werden, gewunken. Locker unterhielten wir uns mit Stephen über unseren Australienaufenthalt und über die Gründe unseres Aufenthaltes in Cairns. Stephen, der „Branch Manager“ ist also der Chef von Jucy in Cairns. Unser erster Eindruck: Ein sehr lockerer, freundlicher und angenehmer Ladenbesitzer in Arbeitsbekleidung.
Er gab uns eine kleine ToDo-Liste, die wir „abarbeiten“ sollten. Es ging eigentlich nur um Formalitäten, wie Kopien des Reisepasses, Visa-Bestätigung und Bankangaben.
Jucy zahlt an seine Mitarbeiter „superannuation“, ich glaube das ist sowas wie Rente. Für alle verdienten 100 A$ erhält der Arbeitnehmer 9 A$ – quasi geschenkt, man muss dafür nur ein Superannuation-Konto eröffnen.
Also ging ich zur Bank und fragte nach solch einem Konto. Ich erhielt eine Broschüre und man sagte mir, dass dies sehr individuell ist und ich daher die Vordrucke alleine ausfüllen müsste. 26 Seiten Informationen, vier Seiten Antrag – na super! Also ging ich wieder zu Jucy bzw. zu Stephen und fragte, was ich hier ausfüllen soll (es gab mehrere Accounttypen) und warum die Summen in der „Übersichtstabelle“ so hoch (beginnend ab 5000 A$ Einzahlung) waren. Irgendwie war das alles viel zu komplex und nur für Residents zugeschnitten. Also ging ich wieder zur Bank Commonwealth und fragte diesmal explizit, ob sie kein Superannuationkonto für Backpacker haben. Irgendwie ja, aber irgendwie auch nein. Ich sollte zu einem Bankberater, aber zuvor sollte ich noch Visumsbestätigung und Tax File Number Kopie besorgen *grrrrrml*. 15 Minuten später stand ich wieder in der Bank, doch der Bankangestellte, der mich zuvor beraten hattet, war leider nicht mehr im Dienst. Also musste ich einer Empfangsdame erneut meine Situation schildern. Diese schickte mich erneut zu einem Schalter, wo ich wieder von vorne anfing… erneut wurde mir erklärt, dass ich das alleine machen soll. Das Ganze wurde mir zu bunt und ich verließ die Bank, um in einer anderen Bank, der „Westpac“, erneut meine Situation zur Superannuation und zur Commonwealth-Broschüre mit 26 Seiten zu schildern. Das fand selbst die Bankdame zu umfangreich für einen ausländischen Backpacker.
Keine fünf Minuten später saß ich in der Beratungskabine und konnte die wichtigsten Fragen stellen, wie z. B. “Was kostet mich das Konto im Monat? Wie hoch sind Transaktionsgebühren? Erhalte ich eine Debitkarte?” und ich erhielt – für mich – positive Antworten. Kostenloses Konto, kostenfreies Onlinebanking, Superannuationkonto wird ebenfalls eröffnet. 45 Minuten später war alles eingerichtet und ich hatte ein neues australisches Konto samt Superannuation … und hielt nur drei Seiten in der Hand. Es geht doch.
Am Abend bereitete ich alle Unterlagen für den Job auf, um diese am Dienstag abzugeben.
An dem Tag opferte ich meinen Day off, da ich in der Woche zuvor 24 Stunden gearbeitet habe (3 Stunden * 7 Tage = 21 Stunden pro Woche für kostenlose Unterkunft). Eigentlich wollte ich nur eine Stunde später anfangen, um am Dienstag ans Great Barrier Reef fahren zu können. Pustekuchen.
Dienstag
Am Dienstag brachte ich die Mappe mit den Unterlagen zu Jucy, der über die schnelle Abgabe sehr erstaunt war, denn es hätte auch drei Tage vor Arbeitsbeginn gereicht.
15:00 Uhr war alles abgegeben und abgeklärt mit Stephen. Corinna und Adrian, die derzeit noch dort arbeiten, sind sehr nett, darum half ich ihnen kurzentschlossen beim Autoputzen. Um 15:50 Uhr war (überpünktlicher) Feierabend und wir machten uns auf den Weg zur Stadt, damit wir um 16:05 Uhr den Hostel Shuttle Bus nehmen konnten.
Mittwoch
In unserer Arbeitszeit im Hostel sollten wir von 10:00 bis 11:00 Uhr in acht Zimmern die Betten neu beziehen. Bereits um 10:40 Uhr waren wir im vorletzten Zimmer fertig und machten kurz – vielleicht fünf … naja eher zehn Minuten – Pause. Dummerweise kam in dem Augenblick Theresa, unsere neue Housekeeping Supervisor, ins Zimmer und sah uns und kommentierte die Situation mit „nice try guys“. Wir dachten, dass damit die Sache gegessen wäre, aber sie ging zu Erin (Super-Supervisor) und erzählte ihr von der Pause. Folglich wurden wir durchgerufen und mussten zur Rezeption und dort durften wir uns eine Standpauke anhören. Wir bekamen gleich noch eine Aufgabe obendrauf: Die Seitenleisten der Korridore zu putzen… Als würde das nicht reichen, bekamen wir anschließend die Aufgabe, die Seitenleiste aller Räume zu säubern. Sehr tolle Schicht *säufz*.
Am Nachmittag gingen Nina (eine deutsche Backpackerin) und ich einkaufen, da ich am Abend Chili con Carne kochen wollte. Naja … meine Idee, aber umgesetzt von Nina. Ist auch besser so, sonst wäre der Tisch sicher leer geblieben
. Ich habe dafür aber fleißig die Zutaten geschnippelt.
Am Tisch waren wir dann acht Personen und dem Anschein nach, hat es geschmeckt – denn der Topf war nach dem Essen leer.
Donnerstag
In Cairns ist gerade „offiziell“ Regenzeit. Gemerkt habe ich das aber bisher nur ganz selten. Um endlich das Albinoweiß zu verlieren, legte ich mit einigen (deutschen) Backpackern einen Pooltag ein.
Als Dankeschön für die gestrige größere Runde beim Essen, kochte Maria – die ich bereits vom Housepeeking kenne – für uns Pasta mit Thunfisch. Sehr lecker
.
Freitag
Stephen von Jucy wollte sich am Ende der Woche melden, um uns zur Jobbewerbung Bescheid zu geben. Auf einen Anruf wartete ich vergebens und fragte darum am Abend Corinna und Adrian, ob sie etwas wüssten. Sie meinten nur, dass der Tag ziemlich stressig war.
Ansonsten gab es eine weitere “Runde” am Pool.
Samstag
Da Matt am Montag nach Brisbane fliegen wollte, veranstaltete er ein Barbecue. Den Grill haben wir freundlicherweise vom Hostel bekommen, das Fleisch und die Würstchen kauften wir im Woolis (circa 75 A$). Es wurde für neun Personen gegrillt und anschließend war jeder satt
.
Sonntag
Der Sonntag verlief fast wie der Samstag.
Im Pool hatte ich mich mit einer frisch angereisten Backpackerin, Lisa, festgequatscht und bin daher ein wenig zu spät zum Skypen gekommen. Zuerst skypte ich mit einem Verwandten, der mich im April besuchen kommt. Ergebnisse: Den Flug buchen wir nächsten Sonntag … und die eigentliche Planung machen wir auch nächsten Sonntag. Am Sonntag darf man halt keine große Produktivität erwarten
.
Anschließend skypte ich noch mit Mum und Dad und Fazit: Jetzt wird (nur noch) sonntags geskypt. Ich kann übrigens jedem eine Terminfestlegung zum Skypen empfehlen, da man sonst ganz, ganz „unauffällig“ zum Skypen gebeten wird, denn Gründe, von Anfragen der Krankenkasse bis zum Kontauszug, finden sich von den Lieben daheim viele…